Entwicklung der ÄB

Die Ärztliche Beratungsstelle gegen Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern e. V. wurde 1983 in Essen als erste ärztliche Beratungsstelle dieser Art in Deutschland gegründet.

Seit der Gründung hat die Fallzahl kontinuierlich zugenommen und liegt auf hohem Niveau. 195 Beratungsfälle verzeichnete die Beratungsstelle im Jahr 2019. Die ÄB wird von Hilfesuchenden auch überregional wahrgenommen, empfohlen und in viele Fälle eingebunden.

Beratungen und Vorträge zur Prävention oder zum Umgang mit Kindesmisshandlung werden nachgefragt und angeboten. Das große Interesse am Thema Kinderschutz wird in einer von der ÄB viermal im Jahr mitgestalteten Fachreihe zu Themen wie

  • „Erkennen von und Umgang mit Kindesmisshandlung“,
  • „Kinder psychisch kranker Eltern“,
  • „Mediennutzung von Kindern als Gefahr“,
  • „Mobbing – Auslöser und Folgen“,
  • „Sexueller Missbrauch“

u. a. aufgegriffen.

In der Essener Jugendhilfe hat die ÄB auch in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutz-Zentrum des DKSB Ortsverein Essen einen festen Platz. Bei Inanspruchnahme weitergehender Hilfs- und Unterstützungsangebote z. B. im Kinderschutz-Zentrum Essen werden Sie von der ÄB begleitet.

Beratungen zu Erziehungsfragen und krisenhaften innerfamiliären Situationen bildeten den Schwerpunkt der Arbeit. In Kooperation mit Familienzentren konnten Anliegen von Eltern aufgegriffen werden, z. B. der Umgang mit kindlicher Sexualität oder Geschwisterrivalität. Eine Vielzahl der Anfragen betraf die „Schreikinder“ mit Regulations- und Anpassungsstörungen, dem Schwerpunktthema der Schreikindambulanz. Etwa in einem Viertel aller Beratungsfälle spielte das Thema „psychische Erkrankung“ eines Elternteils eine Rolle.

Die Teilnahme an Fachtagungen, Arbeitskreisen und anderen Vernetzungsaktivitäten hat für die hauptberuflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden der ÄB eine große Bedeutung.

Tätigkeiten im Überblick:

Satzungsgemäßer Zweck des Vereins sind Beratung, Begleitung und Hilfe in allen Fällen von Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellen Übergriffen bei Kindern und Jugendlichen.

Als Anlaufstelle koordiniert und begleitet sie auch den Zugang der Ratsuchenden zu anderen öffentlichen Angeboten der Familien- und Lebensberatung.

Soforthilfe

für Ratsuchende

Bei Anfragen von Personen, die eine Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellen Übergriff bei Kindern und Jugendlichen vermuten, wird der notwendige Handlungsbedarf sofort geklärt. Die Anonymität des Ratsuchenden wie des Betroffenen wird auf Wunsch gewahrt.

Beratung

auf Wunsch anonym

Im telefonischen oder persönlichen Kontakt mit Ratsuchenden (auch anonym) erfolgt eine erste Einschätzung und Klärung des Ziels der Anfrage.

Vorgehen

und Begleitung

Abhängig vom Ausmaß und Bedrohung im Falle von Kindesmisshandlung werden mit den Ratsuchenden die als notwendig erachtete Maßnahmen eingeleitet und bei der Umsetzung begleitet.

Prävention

durch Information

Präventionsarbeit zur Verhinderung aller Formen der Kindesmisshandlung zur Information von Eltern und Gesellschaft, wie auch der Medien ist ein wichtiger Auftrag der ÄB.

Bildung

und Schulung

Regelmäßige Weiterbildungen zu allen Themen im Zusammenhang mit Kindesmisshandlung werden für interessierte Laien oder Berufsgruppen z. B. Erzieher, Lehrer, Betreuer auf Anfrage ermöglicht.